Welches Gehalt wird für die Aufenthaltserlaubnis in Finnland benötigt?
Ukrainer, die bereits in Finnland arbeiten, sorgen sich am häufigsten um eines: ob ihr Einkommen für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis ausreicht. Die direkte Antwort: Im Jahr 2026 beträgt das Mindestgehalt für die Aufenthaltserlaubnis in Finnland ab 1600 Euro brutto im Monat, und dieses Einkommen kann aus mehreren offiziellen Arbeitsstellen gleichzeitig gebildet werden.
Die Internationale Anwaltskanzlei "Zahist" berät wöchentlich Mandanten genau zu dieser Frage. Unsere Erfahrung zeigt: Antragsteller, die die Einkommensstruktur im Voraus gemeinsam mit einem Juristen prüfen, erhalten eine Entscheidung von Migri ohne Nachforderungen zusätzlicher Bescheinigungen, während selbstständige Antragsteller häufig Fehler bei der Berechnung der Teilzeitbeschäftigung oder der Zulagen machen.
Mindesthöhe des Arbeitsentgelts für die Erteilung der Erlaubnis
Die von Migri geprüfte Einkommenssumme muss die gesamte Gültigkeitsdauer der Erlaubnis abdecken, nicht nur den Zeitpunkt der Antragstellung. Im Jahr 2026 liegt die Schwelle bei 1600 Euro brutto im Monat für die Erlaubnis einer erwerbstätigen Person.
Dieser Wert wird jährlich überprüft, daher sollte vor der Antragstellung der aktuelle Betrag auf der offiziellen Website von Migri geklärt werden, denn bereits eine geringe Abweichung kann zur Ablehnung führen.
Zum Vergleich: In den Vorjahren lag die Schwelle niedriger, weshalb Antragsteller, die sich an veralteten Zahlen aus alten Artikeln oder Foren orientieren, riskieren, einen Antrag mit unzureichend nachgewiesenem Einkommen einzureichen.
Welche Zahlungen zum Einkommen zählen und welche nicht
Nicht jede Zahlung auf der Gehaltsabrechnung wird von Migri als Einkommensnachweis anerkannt. Das Verständnis dieses Unterschieds hilft, Fehler noch vor der Antragstellung zu vermeiden.
Die irrtümliche Einbeziehung ungeeigneter Zahlungen in die Berechnung ist einer der häufigsten Gründe, warum ein Antragsteller von Migri eine Nachforderung zusätzlicher Unterlagen erhält.
| Art der Zahlung | Wird zum Einkommen gezählt |
| Grundmonatsgehalt laut Arbeitsvertrag | ja |
| Einkommen aus mehreren offiziellen Arbeitsstellen | ja, summiert |
| Zuschläge für Abend- oder Nachtarbeit | nein |
| Einmalige Prämien und Boni | nein |
| Sachleistungen (Auto, Wohnung) | ja, jedoch höchstens 50 % des Betrags |
Sachleistungen wie ein Dienstwagen oder eine vom Arbeitgeber gestellte Wohnung sind zulässig, ihr Anteil darf jedoch die Hälfte der gesamten Gehaltssumme nicht überschreiten — den Rest muss die Geldzahlung abdecken.
Einkommen aus mehreren Quellen: Wie Teilzeitbeschäftigung berechnet wird
Wenn der Antragsteller mehrere Stellen oder in Teilzeit arbeitet, wird das Gehalt für die Aufenthaltserlaubnis in Finnland als Summe aller offiziellen Monatseinkommen berechnet, nicht gesondert für jede Stelle.
Die Hauptvoraussetzung ist, dass jeder Arbeitsvertrag einen klaren, vereinbarten Arbeitsplan vorsieht und nicht eine willkürliche Stundenzahl nach Ermessen des Arbeitgebers.
Verträge mit Stundenlohn: Warum sie nicht geeignet sind
Ein Vertrag ohne garantiertes Mindeststundenkontingent (Zero-Hours oder On-Demand) entspricht den Anforderungen der Erlaubnis nicht, selbst wenn der tatsächliche Monatsverdienst die Schwelle formal überschreitet.
Der Grund ist einfach: Migri bewertet nicht nur den Betrag auf der Gehaltsabrechnung, sondern auch die Stabilität der Beschäftigung für die gesamte Gültigkeitsdauer der Erlaubnis; das Fehlen eines festen Arbeitsplans wird daher als Risiko eines instabilen Einkommens gewertet.
Steuern und Pflichtabzüge vom Arbeitsentgelt
Migri bewertet genau den im Arbeitsvertrag angegebenen Bruttobetrag und nicht den Betrag, der nach Abzug der Steuern tatsächlich auf dem Bankkonto eingeht.
Gleichwohl ist zu beachten, dass der Arbeitgeber vom Bruttogehalt die Einkommensteuer, Beiträge zur Rentenversicherung (TyEL) und zur Arbeitslosenversicherung einbehält.
Bei der Budgetplanung nach dem Umzug sollte man sich daher am Nettobetrag orientieren, der in der Regel 20–25 % unter dem im Vertrag genannten Bruttogehalt liegt.
Einkommensprüfung bei der Verlängerung der Erlaubnis
Bei der Beantragung einer verlängerten Erlaubnis prüft Migri rückwirkend, ob das tatsächlich gezahlte Gehalt während des gesamten vorangegangenen Aufenthaltszeitraums den angegebenen Arbeitsbedingungen entsprach.
Unsere Erfahrung zeigt: Mandanten, die Gehaltsabrechnungen und Einkommensbescheinigungen monatlich aufbewahren, durchlaufen diese Prüfung deutlich schneller als diejenigen, die die Unterlagen erst unmittelbar vor der Antragstellung zusammentragen.
Einkommensanforderungen je nach Art der Aufenthaltserlaubnis
Die Einkommensschwelle unterscheidet sich je nach Grundlage der Erlaubniserteilung; daher ist es wichtig, sich genau an den Anforderungen des eigenen Antragstyps zu orientieren und nicht an allgemeinen Zahlen aus dem Internet.
| Art der Erlaubnis | Einkommensanforderung |
| Erwerbstätige Person (Erlaubnis Typ „A“) | ab 1600 Euro brutto im Monat |
| Fachkraft oder Unternehmer | individuelle Berechnung, abhängig vom Businessplan oder der Position |
| Daueraufenthalt (P) | Einkommen aus Arbeit, Rentenersparnisse oder Arbeitslosenversicherung, ohne Grundsicherung |
Für die Daueraufenthaltserlaubnis reicht die bloße Einkommenshöhe nicht aus: Migri prüft auch die Herkunft der Mittel, denn die Grundsicherung (toimeentulotuki) gilt nicht als Nachweis der Eigenständigkeit.
Probezeit und Saisonarbeit: Wird das Einkommen berücksichtigt
Einkommen während der Probezeit wird genauso berücksichtigt wie nach deren Ende, sofern der Arbeitsvertrag eine unbefristete Beschäftigung und einen festen Satz vorsieht.
Saisonarbeit mit befristetem Vertrag bedarf einer gesonderten Prüfung: Migri prüft, ob das Einkommen den gesamten beantragten Erlaubniszeitraum abdeckt und nicht nur die Saison der aktiven Beschäftigung.
In solchen Fällen empfehlen wir, im Voraus mit dem Arbeitgeber die Möglichkeit einer Vertragsverlängerung oder den Übergang in eine unbefristete Stelle abzustimmen, um eine Lücke im nachgewiesenen Einkommen zu vermeiden.
Typische Fehler beim Einkommensnachweis
Der häufigste Fehler ist die Einreichung von Gehaltsabrechnungen ohne offiziellen Arbeitsvertrag, der den vereinbarten Arbeitsplan und die Position bestätigt.
Ein weiteres verbreitetes Problem ist die Einbeziehung von Zuschlägen für Nacht- oder Abendarbeit in die Berechnung, die Migri aus der Grundsumme des Einkommens herausrechnet.
Unsere Erfahrung zeigt, dass Mandanten, die sich bereits vor der Unterzeichnung des Arbeitsvertrags beraten lassen, die Arbeitsbedingungen so abstimmen, dass das Einkommen von vornherein den Anforderungen von Migri entspricht, und dies die Erteilung der Erlaubnis erheblich beschleunigt.
Was tun, wenn das Einkommen nicht ausreicht
Liegt das aktuelle Gehalt unter der Schwelle, gibt es mehrere legale Lösungswege; jeder sollte unter Berücksichtigung der konkreten Umstände des Antragstellers geprüft werden.
- Eine offizielle Teilbeschäftigung bei einem anderen Unternehmen in derselben Branche hinzufügen.
- Mit dem Arbeitgeber eine Anpassung des Satzes oder des Arbeitsplans vereinbaren.
- Eine Erlaubnis auf anderer Grundlage in Betracht ziehen, beispielsweise für Fachkräfte oder Unternehmer.
- Eine individuelle Beratung in Anspruch nehmen, um alternative Möglichkeiten des Einkommensnachweises zu prüfen.
Wie das Einkommen bei der Antragstellung nachgewiesen wird
Der Einkommensnachweis erfolgt in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten, und jeder davon beeinflusst die Geschwindigkeit der Entscheidung durch Migri.
- Der Arbeitgeber füllt die Arbeitsbedingungen (Terms of employment) mit Angabe des Arbeitsplans und der Vergütungshöhe aus.
- Der Antragsteller fügt dem Antrag in Enter Finland Gehaltsabrechnungen oder eine Bescheinigung über das geplante Gehalt bei.
- Migri gleicht die Einkommenssumme mit der zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Mindestschwelle ab.
- Bei Bedarf sendet Migri eine Nachforderung zusätzlicher Unterlagen zur Bestätigung der Einkommensstabilität.
Gelten dieselben Einkommensanforderungen für den Familiennachzug
Wenn Ehepartner und Kinder zum Antragsteller nachziehen, muss das Einkommen des Hauptinhabers der Erlaubnis nicht nur den eigenen Bedarf, sondern auch den Lebensunterhalt der Familienmitglieder decken.
Migri berechnet für jedes Familienmitglied eine zusätzliche Einkommensschwelle gesondert, daher liegt das Gehalt für die Aufenthaltserlaubnis in Finnland beim Familiennachzug in der Regel über der Basisschwelle von 1600 Euro.
Unsere Erfahrung zeigt: Antragsteller, die den Familiennachzug im Voraus planen, vereinbaren mit dem Arbeitgeber eine Erhöhung des Satzes oder eine zusätzliche Belastung noch vor Einreichung des ersten Antrags.
Unterlagen zum Nachweis der Gehaltshöhe
Migri akzeptiert mehrere Arten von Unterlagen zum Einkommensnachweis; deren vollständige Liste hängt davon ab, ob ein Erstantrag oder eine verlängerte Erlaubnis gestellt wird.
- Unterzeichneter Arbeitsvertrag mit Angabe der Position, des Arbeitszeitplans und des Entgeltsatzes.
- Arbeitsbedingungen (Terms of employment), die vom Arbeitgeber über Enter Finland for Employers ausgefüllt wurden.
- Gehaltsabrechnungen der letzten Monate für die Verlängerung der Erlaubnis.
- Bescheinigung aus dem Einkommensregister (Incomes register) über das tatsächlich ausgezahlte Gehalt.
Verwandte Fragen zum Übergang vom vorübergehenden Schutz zur Aufenthaltserlaubnis
Die Einkommensfrage ist eng mit dem allgemeinen Übergang vom vorübergehenden Schutz zur Erlaubnis des Typs „A“ über eine Beschäftigung verbunden — ausführlicher über den gesamten Prozess und die Dokumentenliste haben wir in dem Artikel „Wie erhält man eine Aufenthaltserlaubnis in Finnland über eine Beschäftigung?“ geschrieben.
Nach Erhalt der Erlaubnis des Typs „A“ empfiehlt es sich, umgehend die Registrierung im DVV-System und die Kotikunta vorzunehmen und nach vier Jahren ununterbrochenen Aufenthalts eine ständige Aufenthaltserlaubnis (PMJ) in Betracht zu ziehen.
Expertenblick: Wie man eine Ablehnung wegen des Einkommens vermeidet
Die Analyse unserer Fälle zeigt, dass die meisten Ablehnungen wegen unzureichenden Einkommens nicht auf einen tatsächlichen Mangel an Mitteln zurückzuführen sind, sondern auf eine fehlerhafte Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen durch den Arbeitgeber.
Ein weiterer häufiger Grund besteht darin, dass Antragsteller Gehaltsabrechnungen für einen unvollständigen Zeitraum einreichen, während Migri eine lückenlose Einkommenshistorie für die gesamte Dauer der vorherigen Erlaubnis erwartet.
Wir empfehlen, die Arbeitsbedingungen gemeinsam mit einem Rechtsanwalt noch vor der Unterzeichnung des Arbeitsvertrags zu prüfen, um die Formulierungen zu Arbeitszeitplan und Entgeltsatz an die Anforderungen von Migri anzupassen.