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Einbürgerung (Erwerb der französischen Staatsbürgerschaft): Anforderungen und Fristen für Ukrainer

Der Standardweg zur Einbürgerung in Frankreich für Ukrainer setzt fünf Jahre Aufenthalt voraus, doch die Jahre unter vorübergehendem Schutz werden auf diese Frist angerechnet, und der Flüchtlingsstatus befreit überhaupt von der Wartezeit.

Die Internationale Anwaltskanzlei "Zahist" hat eine Vertretung in Frankreich und begleitet Mandanten in allen Phasen der Vorbereitung auf die Einbürgerung. Unsere Erfahrung zeigt, dass die meisten Ablehnungen nicht auf das formelle Fehlen von Rechten zurückgehen, sondern auf ein unvollständiges Dokumentenpaket oder die verspätete Vorbereitung auf die neuen Anforderungen des Jahres 2026.

Wie viele Jahre muss man in Frankreich für die Einbürgerung leben

Artikel 21-17 des Zivilgesetzbuchs verlangt einen gewöhnlichen und ununterbrochenen Aufenthalt in Frankreich von fünf Jahren vor der Antragstellung — die sogenannte Frist des «stage».

Die Zeit, die mit einer APS mit dem Vermerk über vorübergehenden Schutz verbracht wurde, wird auf diese fünfjährige Frist als regelmäßiger Aufenthalt angerechnet, sofern das Dokument während des gesamten Zeitraums gültig war.

Die Frist verkürzt sich auf zwei Jahre für Personen, die ein französisches Diplom auf Master-Niveau oder höher erworben haben oder Frankreich herausragende Dienste geleistet haben.

Der Hauptvorteil für Flüchtlinge: vollständige Befreiung von der Wartefrist

Artikel 21-19 des Zivilgesetzbuchs hebt die Anforderung der fünfjährigen Frist für Personen, die den Flüchtlingsstatus über OFPRA erhalten haben, vollständig auf.

Die Logik dieser Befreiung ist einfach: Ein Flüchtling kann faktisch nicht in sein Herkunftsland zurückkehren, daher besteht kein Grund, ihn fünf Jahre vor der Antragstellung auf die Staatsangehörigkeit warten zu lassen.

Ein wichtiger Nuance — diese Befreiung gilt nicht für den subsidiären Schutz, weshalb Inhaber dieses Status der standardmäßigen fünfjährigen Frist unterliegen, ebenso wie Inhaber des vorübergehenden Schutzes.

Neue Anforderungen 2026: Niveau B2 und staatsbürgerliche Prüfung NAT

Das Einwanderungsgesetz vom 26. Januar 2024 hat die sprachlichen und integrationsbezogenen Anforderungen für die Einbürgerung erheblich verschärft, und ein Teil dieser Änderungen ist zum 1. Januar 2026 in Kraft getreten.

AnforderungStand vor 2026Stand ab 1. Januar 2026
Niveau der französischen SpracheB1 mündlich und schriftlichB2 mündlich und schriftlich
Staatsbürgerliche PrüfungWar nicht verpflichtendVerpflichtende Prüfung NAT, Schwelle 32 von 40
Nachweis des NiveausDiplom oder Test TCF/DELFDasselbe Diplom oder derselbe Test, jedoch auf höherem Niveau

Ohne Bescheinigung über das Bestehen der staatsbürgerlichen Prüfung wird der Einbürgerungsantrag überhaupt nicht zur Prüfung angenommen, da dieses Dokument zu einem obligatorischen Bestandteil der Akte geworden ist.

Vorübergehender Schutz, subsidiärer Schutz und Flüchtlingsstatus: unterschiedliche Fristen

Die Verwechslung der drei Schutzstatus führt häufig zu der irrtümlichen Erwartung von Vergünstigungen, die tatsächlich nur den Flüchtlingsstatus betreffen.

StatusWartefrist für die Einbürgerung
FlüchtlingsstatusVollständig aufgehoben (Artikel 21-19)
Subsidiärer SchutzStandardmäßige fünf Jahre Aufenthalt
Vorübergehender Schutz (APS)Standardmäßige fünf Jahre Aufenthalt, einschließlich der Jahre unter APS

Das bedeutet, dass für die meisten Inhaber des vorübergehenden Schutzes oder des subsidiären Schutzes kein Anlass besteht, eine automatische Verkürzung der Frist zu erwarten — sie ist ausschließlich nach der offiziellen Anerkennung des Flüchtlingsstatus über OFPRA verfügbar.

Wesentliche Dokumente für die Einbürgerungsakte

Die Einbürgerungsakte besteht aus mehreren großen Dokumentenblöcken, von denen jeder eine gesonderte gesetzliche Voraussetzung belegt.

  1. Dokumente, die die Identität und die Kontinuität des regelmäßigen Aufenthalts über den gesamten fünfjährigen Zeitraum belegen.
  2. Bescheinigung über das Bestehen der staatsbürgerlichen Prüfung NAT mit einem Ergebnis nicht unter der festgelegten Schwelle.
  3. Diplom oder Zertifikat, das das französische Sprachniveau B2 bestätigt.
  4. Einkommensbescheinigungen der letzten zwei bis drei Jahre und Nachweis der Steuerzahlung.
  5. Führungszeugnis aus der Ukraine und aus Frankreich.

Für in der Ukraine ausgestellte Dokumente ist in der Regel eine offizielle Übersetzung ins Französische erforderlich und in einzelnen Fällen eine Apostille oder Legalisation.

Einbürgerung von Kindern zusammen mit den Eltern

Minderjährige Kinder des Antragstellers können die französische Staatsangehörigkeit gleichzeitig mit dem Vater oder der Mutter erwerben, sofern sie mit dem Antragsteller zusammenleben und in seinem Antrag aufgeführt sind.

Für Kinder ist kein gesonderter Nachweis des französischen Sprachniveaus oder das Ablegen der staatsbürgerlichen Prüfung erforderlich — diese Anforderungen betreffen nur den Antragsteller selbst.

Erreicht das Kind während der Prüfung der elterlichen Sache bereits die Volljährigkeit, sollte seine Teilnahme am gemeinsamen Verfahren gesondert bei der Präfektur geklärt werden, da die Regeln für volljährige Kinder abweichen.

Finanzielle und sonstige Voraussetzungen für die Einbürgerung

Neben der Aufenthaltsdauer und dem Sprachniveau muss der Antragsteller mehreren zusätzlichen Voraussetzungen entsprechen, die bei der Prüfung der Akte kontrolliert werden.

  1. Stabile und ausreichende Einkünfte während der letzten zwei bis drei Jahre, belegt durch regelmäßige Eingänge.
  2. Keine Steuerrückstände — wurde die Erklärung für ein Jahr nicht abgegeben, sollte sie vor der Antragstellung rückwirkend nachgereicht werden.
  3. Keine Vorstrafen, die mit der Verleihung der Staatsangehörigkeit unvereinbar sind.
  4. Einhaltung der Werte der Republik, die insbesondere im Gespräch in der Präfektur geprüft wird.

Wie man den Antrag stellt und wie lange die Prüfung dauert

Der Antrag wird über die Plattform ANEF gestellt; anschließend prüft die Präfektur am Wohnort die Akte und leitet sie an die zuständige Abteilung des Ministeriums zur endgültigen Entscheidung weiter.

  1. Vollständiges Dokumentenpaket zusammenstellen, einschließlich der Bescheinigung über das Bestehen der staatsbürgerlichen Prüfung NAT.
  2. Antrag über ANEF stellen und die Einladung zum Gespräch in der Präfektur abwarten.
  3. Gespräch absolvieren, in dem Sprachniveau und Integrationsgrad bewertet werden.
  4. Entscheidung der zuständigen Abteilung und Veröffentlichung des Einbürgerungserlasses im Amtsblatt abwarten.

Vom Zeitpunkt der Einreichung der vollständigen Akte bis zur Veröffentlichung des Erlasses vergehen in der Regel 18 bis 36 Monate, abhängig von der Präfektur und der Auslastung der zuständigen Abteilung.

Gespräch in der Präfektur: was zu erwarten ist

Das Gespräch wird in der Regel von einem Bediensteten der Präfektur geführt und umfasst Fragen zur Geschichte des Antragstellers in Frankreich, zur Arbeit, zur Familie sowie zu Grundkenntnissen über die französische Gesellschaft und die staatliche Ordnung.

Ziel des Gesprächs ist es, den tatsächlichen Integrationsgrad zu bewerten und nicht nur die formelle Übereinstimmung mit den Dokumenten; daher sollte man sich inhaltlich vorbereiten und Antworten nicht auswendig lernen.

Unsere Erfahrung zeigt, dass Antragsteller, die mit einer klaren Darstellung ihres Weges in Frankreich — Arbeit, Ausbildung der Kinder, Teilnahme am lokalen Leben — zum Gespräch kommen, einen besseren Eindruck hinterlassen als jene, die sich auf formelle Antworten beschränken.

Typische Gründe für die Ablehnung der Einbürgerung

Fünf Gründe erklären die meisten Ablehnungen der Einbürgerung: unzureichendes Französischniveau, instabile Einkünfte, Vorstrafen, Zweifel an der Einhaltung der Werte der Republik und unvollständige Akte.

Unsere Erfahrung zeigt, dass gerade eine unvollständige Akte oder das Fehlen der Bescheinigung über die staatsbürgerliche Prüfung die meisten unnötigen Verzögerungen verursachen, da solche Anträge noch vor der materiellen Prüfung zur Nachbesserung zurückgegeben werden.

Anfechtung der Ablehnung der Einbürgerung

Im Falle einer Ablehnung kann innerhalb von zwei Monaten ab der Mitteilung eine hierarchische Beschwerde an den für die Einbürgerung zuständigen Minister gerichtet werden.

Wird die Beschwerde abgelehnt oder bleibt innerhalb von vier Monaten eine Antwort aus, kann innerhalb der folgenden zwei Monate das Verwaltungsgericht Nantes angerufen werden — das einzige Gericht, das für Streitigkeiten über die Einbürgerung zuständig ist.

Es ist zu beachten, dass die Einbürgerung eine Ermessensentscheidung der Verwaltung bleibt; daher garantiert selbst die vollständige Erfüllung der formellen Voraussetzungen keine automatische positive Entscheidung.

Muss man auf die ukrainische Staatsangehörigkeit verzichten

Das französische Recht erlaubt die doppelte Staatsangehörigkeit, weshalb der Erwerb des französischen Passes gerade im Wege der Einbürgerung keinen formellen Verzicht auf die ukrainische Staatsangehörigkeit verlangt.

Die Frage des Erhalts der ukrainischen Staatsangehörigkeit bei der Einbürgerung in einem anderen Staat wird gesondert durch das ukrainische Recht geregelt; daher sollte dieser Aspekt beim Konsulat der Ukraine und nicht nur bei den französischen Behörden geklärt werden.

Wer von der Ablegung des Französisch-Sprachniveautests befreit ist

Nicht alle Antragsteller müssen einen gesonderten Sprachtest ablegen — ein Diplom einer französischen Bildungseinrichtung oder der vollständige Besuch einer französischen Sekundarschule bestätigen bereits das erforderliche Niveau ohne zusätzliche Sprachprüfung.

Gleichzeitig bleibt die staatsbürgerliche Prüfung NAT für alle Antragsteller unabhängig vom Vorliegen eines Diploms verpflichtend, da sie nicht die Sprache, sondern die Kenntnis der Werte und der Ordnung der Republik prüft.

Expertenblick: Wie man den optimalen Zeitpunkt der Einreichung wählt

Die Analyse unserer Fälle zeigt, dass Antragsteller, die das Dossier unmittelbar nach Erreichen von fünf Jahren Aufenthalt und dem Nachweis des Niveaus B2 einreichen, schneller eine Entscheidung erhalten als diejenigen, die die Einreichung wegen geringfügiger Lücken in den Unterlagen aufschieben.

Wir empfehlen, mit der Vorbereitung auf die Prüfung NAT und dem Sammeln der finanziellen Nachweise mindestens ein Jahr vor dem geplanten Antragsdatum zu beginnen, um Eile vor der Frist zu vermeiden.

Die Internationale Anwaltskanzlei "Zahist" verfügt über eine Vertretung in Frankreich und unterstützt Mandanten bei der Vorbereitung eines vollständigen Dossiers für die Einbürgerung in Frankreich für Ukrainer unter Berücksichtigung der neuen Anforderungen ab 2026 und der individuellen Situation des Antragstellers.

Jeder Fall hat eigene Besonderheiten — Schutzstatus, Sprachniveau, Einkommenshistorie —, daher hilft eine vorherige Beratung, die Bereitschaft des Dossiers zur Einreichung genau zu bestimmen.

Je sorgfältiger der Antragsteller die Unterlagen für die Einbürgerung in Frankreich für Ukrainer vorbereitet, desto geringer ist das Risiko einer Rückgabe des Dossiers zur Nachbesserung und desto kürzer erweist sich die Gesamtdauer der Prüfung.

Häufig gestellte Fragen

01 Wie viele Jahre muss ein Ukrainer in Frankreich leben, um die Einbürgerung zu erhalten?
In der Regel sind fünf Jahre gewöhnlichen und ununterbrochenen Aufenthalts erforderlich (Artikel 21-17 des Zivilgesetzbuchs). Jahre unter vorübergehendem Schutz (APS) werden auf diese Frist angerechnet, sofern die Dokumente gültig sind. Für Personen mit Flüchtlingsstatus über OFPRA entfällt die Wartefrist vollständig; die Frist kann auch auf zwei Jahre verkürzt werden bei einem französischen Masterdiplom oder höher.
02 Sind die Fristen für die Einbürgerung für Flüchtlinge, subsidiären und vorübergehenden Schutz gleich?
Nein. Nur der Flüchtlingsstatus befreit von der fünfjährigen Frist (Artikel 21-19). Subsidiärer Schutz und vorübergehender Schutz (APS) unterliegen den standardmäßigen fünf Jahren; die Flüchtlingsvergünstigung gilt für sie nicht. Die Internationale Anwaltskanzlei "Zahist" hilft, den Status korrekt einzuschätzen und nicht auf Vergünstigungen zu setzen, die es nicht gibt.
03 Welche neuen Anforderungen an Sprache und Prüfung gelten ab dem 1. Januar 2026?
Erforderlich ist das Französischniveau B2 (mündlich und schriftlich) statt B1, nachgewiesen durch ein Diplom oder einen TCF/DELF-Test des entsprechenden Niveaus. Obligatorisch wurde die staatsbürgerliche Prüfung NAT mit einer Schwelle von mindestens 32 von 40; ohne Bescheinigung über deren Bestehen wird das Dossier nicht angenommen. Die Internationale Anwaltskanzlei "Zahist" begleitet die Vorbereitung des Pakets unter Berücksichtigung dieser Änderungen.
04 Welche wesentlichen Dokumente werden für das Einbürgerungsdossier benötigt?
Erforderlich sind Nachweise der Identität und des ununterbrochenen regelmäßigen Aufenthalts über den gesamten Zeitraum, die NAT-Bescheinigung, das B2-Zertifikat/Diplom, Einkommens- und Steuerzahlungsnachweise für 2–3 Jahre sowie Führungszeugnisse aus der Ukraine und Frankreich. Ukrainische Dokumente bedürfen in der Regel einer offiziellen Übersetzung ins Französische, gelegentlich einer Apostille oder Legalisation.
05 Wie stellt man den Antrag auf die französische Staatsbürgerschaft und wie lange dauert die Bearbeitung?
Der Antrag wird über die Plattform ANEF nach Zusammenstellung des vollständigen Dossiers eingereicht, danach folgen ein Gespräch in der Präfektur und die Entscheidung der zuständigen Abteilung des Ministeriums mit Veröffentlichung des Dekrets. Vom Einreichen des vollständigen Pakets bis zum Dekret vergehen in der Regel 18–36 Monate, abhängig von der Präfektur. Die Internationale Anwaltskanzlei "Zahist" hat eine Vertretung in Frankreich und begleitet Mandanten in allen Phasen der Vorbereitung und Einreichung.
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